Quartiersentwicklung Mühlentor

Abriss, Sanierung und Neubau im historischen Umfeld

 

MÜHLENTOR

Die Straße Mühlentor ist eine ca. 200 m lange Straße, die in der Altstadt Iserlohns liegt und deren Lage durch ihren direkten Anschluss an den Alten Rathausplatz und damit an die 1a-Lage der Iserlohner Fußgängerzone geprägt wird. Das östliche Ende der Straße mündet auf den Kurt-Schumacher-Ring, der den nicht ausgebauten Teil des Iserlohner Innenstadtrings, einer Planung der autogerechten Stadt der 1960er und 1970er Jahre, darstellt. Die zentrale Innenstadtlage bedingt das Fehlen jeglicher Stellplatzmöglichkeiten und ist geprägt durch eine fast vollflächige Bebauung des Planungsraums ohne jegliche Grün- oder Freifläche mit entsprechender Aufenthaltsqualität.

 

QUARTIER

Der Planungsraum ist geprägt durch gründerzeitliche und deutlich ältere Bebauung, die ihre Ursprünge in den 1730er Jahre hat. Durch mangelhafte Bauunterhaltung in den letzten Jahrzehnten gibt es neben drei Schrottimmobilien weitere Immobilien, die sich in einem kritischen baulichen Zustand befinden. Die Nutzungen im Quartier sind geprägt durch eine erhebliche Leerstandsquote in den vormals gewerblich genutzten Erdgeschossbereichen und durch weitere Leerstände in den kritischen Immobilien sowie den Obergeschossen. Die Sozialstruktur ist geprägt durch einen hohen Anteil an Bewohnern mit Migrationshintergrund und eher einkommensschwächere Haushalte.

Neben den negativ vorgeprägten Bereichen gibt es jedoch auch einige Schlüsselnutzungen, wie ein vorhandenes Blumengeschäft, Bastelladen, Friseur und gastronomische Angebote, die als ein Relikt der jüngeren Geschichte des Straßenzuges als „Kneipenmeile Iserlohns“ noch im Quartier verblieben sind.

 

REVITALISIERUNGSSTRATEGIE

Die IGW verfolgt bei der Revitalisierung des Straßenzuges eine Doppelstrategie. Über den Erwerb und die Entwicklung von Schlüsselimmobilien, die sich z. T. in einem durchschnittlichen Sanierungszustand befinden (Mühlentor 13 – ehemalige Diskothek Ellipse) und Schlüsselimmobilien, die historisch und städtebaulich als herausragende und erhaltenswerte Zeugnisse der Zeitgeschichte eingestuft werden können (Kurt-Schumacher-Ring 27) entwickelt die IGW zeitgleich Konzepte zur Stabilisierung und Aufwertung des gesamten Quartiers.

Daneben mussten bereits im Jahr 2014 mit den Objekten Mühlentor 14 und 16 zwei historisch bedeutsame Gebäude abgerissen werden, da die unterlassene Bauunterhaltung der letzten Jahrzehnte durch die privaten Eigentümer zu einer Gefährdung der Öffentlichkeit geführt hatte. Die IGW hat deshalb das Gebäude Mühlentor 16 gezielt zum Abriss erworben und die Stadt Iserlohn das Objekt Mühlentor 14 wegen Eigentumsaufgabe übernommen.

Der Abriss erfolgte unter erhöhten Anforderungen (z. T. Abbruch von Hand), da die Gebäude unmittelbar im Zusammenhang mit anderen, historisch bedeutsamen Gebäuden entstanden sind und gemeinsame Außenwände vorhanden waren.

Ein weiteres Objekt Mühlentor 8 wird voraussichtlich ebenfalls abgerissen werden müssen, da der bauliche Zustand und der Zuschnitt der vorhandenen Bausubstanz eine unmittelbare Nachfolgenutzung nicht zulassen. Auch dieser Abriss wird aufgrund gemeinsamer Außenwände mit der Nachbarbebauung mit einem erheblichen Mehraufwand verbunden sein.

Zielrichtung bei der Entwicklung des Quartiers liegt dabei in der vorrangigen Realisierung von wohnbaulichen Nutzungen. Zur baulichen Nachfolgenutzung der durch den Abbruch entstandenen Freiflächen plant die IGW partnerschaftlich mit der Stadt Iserlohn die Durchführung von Architekturwettbewerben, um hier den besonderen Herausforderungen des Bauens im Bestand im historischen Umfeld gerecht zu werden.

 

WOHNGRUPPE ZIEHT INS MÜHLENTOR 13

Einen ersten Entwicklungsimpuls für das Quartier setzt die IGW bereits im Jahr 2015. Zum 01.01.2015 hat die IGW dafür das Objekt Mühlentor 13 erworben, welches bis vor wenigen Jahren nach der jahrzehntelangen Vornutzung als Möbelhaus die Szenediskothek Ellipse beherbergte. Das Objekt hat eine Nutzfläche von ca. 450 qm, von denen sich zwei Drittel auf Wohnungen in den beiden Obergeschossen und das restliche Drittel auf die EG-Fläche (ehemalige Diskothek) verteilen. Die IGW hat das Objekt mit einem vollständigen Leerstand übernommen und arbeitet bei der Planung dem Iserlohner Verein „Wohnprojekt 170° - gemeinsam anders e. V.“ zusammen. Hierbei handelt es sich um einen Zusammenschluss von Eltern mit behinderten Kindern, die ihren Kindern als junge Erwachsene ein gemeinschaftliches, selbstbestimmtes Leben ermöglichen möchten. Hierfür baut die IGW das Objekt im EG rollstuhlgerecht um. Die Wohnungen in den Obergeschossen werden für die entsprechenden Bedürfnisse des Vereins umgebaut und zusätzlich eine Wohnung für die Betreuung durch einen Sozial-/Pflegedienst eingerichtet.

Die Umbaumaßnahmen sind mit lokalen Handwerksunternehmen und Regiebetrieb der IGW im vollen Gange, sodass ein Einzug im 1. Quartal 2016 erfolgen kann. Als sichtbares Zeichen nach außen erhält das Gebäude einen neuen Fassadenanstrich und die Öffnung der Erdgeschosszone durch Einbau von Fenstern.

 

 

 

Ansprechpartner

Dipl.-Ing. Julia Anneke Kunz

Dipl.-Ing. Julia Anneke Kunz

Prokuristin | Leitung Bereich Bestands- und Stadtentwicklung
E-Mail: kunz@igw-wohnen.de
Telefon: 02371 793-144


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